Wald ist nicht nur Betroffener der Klimakrise, sondern auch Teil der Lösung. Als Grund- und Baustoff leistet Holz mit der langfristigen Speicherung von Kohlenstoff, einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz. [7]
Wenn Bäume wachsen nehmen sie Kohlenstoff (CO2) aus der Atmosphäre auf. In dieser Phase sind Bäume CO2-Speicher. Ab einem gewissen Alter verlangsamt sich dieses Wachstum deutlich. In einem (nicht bewirtschafteten) Primärwald sterben Bäume ab und CO2 wird beim verrotten des Holzes wieder freigesetzt. In einer anschließenden Verjüngungsphase, das heißt der Bildung einer neuen Waldgeneration, beginnt dieser Zyklus wieder von vorne. Die Verjüngung erfolgt dabei auf natürlichem Wege (Naturverjüngung) oder durch gezielte Pflanzung und Saat standortgerechter Baumarten zur Steigerung der Verjüngungsqualität. Langfristig stellt sich so ein Kohlenstoffgleichgewicht ein. [7]
Die steigende Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre, insbesondere Kohlendioxid (CO2), ist die Ursache der Klimakrise. Pflanzen binden CO2, um Biomasse aufzubauen. Wird Holz für Baustoffe oder eine andere langfristige Anwendung genutzt, bleibt das CO2 langfristig gespeichert. Am Ende der Nutzung ist Holz ein erneuerbarer Energieträger, mit dem fossile Brennstoffe substituiert und Treibhausgasemissionen reduziert werden. [7]
Bewirtschaftete Wälder befinden sich permanent in der Wachstumsphase. Die Pflegemaßnahmen der Forstwirte zielen darauf ab, einen gewissen Durchmesser der Stämme zu erzielen. Bäume werden also geerntet, bevor sich ihr Wachstum aus Altersgründen nahezu einstellt. Aus diesen Gründen ist die Holznutzung und somit der Holzbau durch die Konservierung von CO2 ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Ein Kubikmeter Holz speichert rund eine Tonne CO2. Wälder sind daher wichtige Kohlenstoffsenken. Ein Hektar Waldfläche mit circa 450 m³ Biomasse speichert rund 900 Tonnen CO2. [7]
Holzbaustoffen kommt auch als Ersatz von treibhausgasintensiven Baumaterialien und Energieträgern hohe Bedeutung zu. Der Speichereffekt von langlebigen Holzprodukten der österreichischen Holzproduktkette beträgt bis zum Ende des Jahrhunderts etwa 1,5 Millionen Kilotonnen CO2. Das entspricht etwa den gesamten Treibhausgas-Emissionen von Österreich in 20 Jahren. Untersuchungen des österreichischen Umweltbundesamtes haben ergeben, dass Holz im Vergleich zu vielen anderen Materialien (zum Beispiel Massivbaustoffe, fossile Energieträger) in sämtlichen betrachteten Bereichen zu geringeren CO2-Emissionen führt. [7]
Dieser positive Gesamteffekt der Holznutzung beruht auf der Substitution fossiler Brennstoffe und Produkte durch Holzprodukte und Holzbrennstoffe („Substitionsemissionen“). [7]
Ein Großteil dieses Effektes ist auf die energetische Holznutzung als Koppelprodukt zur stofflichen Nutzung zurückzuführen. Beide Szenarien mit gesteigertem Einschlag für energetische beziehungsweise stoffliche Holzverwendung schneiden im Gesamtergebnis ähnlich ab. Die kaskadische Holzverwendung mit forcierter stofflicher Nutzung hatte eine höhere Senkenleistung als das untersuchte Referenzszenario. Bei der stofflichen Nutzung ist der Faktor Zeit entscheidend: Je länger Holzprodukte genutzt werden, desto länger bleibt der Kohlenstoff in Form des Produkts gespeichert. Nur bei einem entsprechend langen Einsatz langlebiger Holzprodukte kann eine langfristige Treibhausgas-Vermeidung sichergestellt werden. [7]